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Alles über Becken

Hallo zusammen,

in diesem Beitrag geht es rund ums Thema Becken. Für mich persönlich sind Becken fast wichtiger als Toms. Das kann man auch an meinem Set sehen! 😉 Der Grund für meine Vorliebe für Becken liegt natürlich auf der Hand. Ich spiele meistens im Jazzkontext und da steht das Ride Becken nun mal im Vordergrund.

Aber woher kommen die Namen der einzelnen Beckentypen eigentlich?

Nun genau darum soll es in diesem Beitrag gehen. Er soll dem Neueinsteiger als Einführung und Leitfaden dienen, um sich erstmalig in der vielfältigen Welt der Becken etwas besser zu Recht finden. Starten wir gleich mal mit dem wohl meistgespielten Becken überhaupt.

Der HiHat

Die Hihat stellt zusammen mit Snare und Bass Drum das Grundgerüst der meisten Grooves dar. Dabei entstand sie deutlich später als das Drum Set. Bestehend aus zwei Becken, die durch eine Fußmaschiene gehalten, an einander geschlagen werden, kamen erstmals in den späten 20ger Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf. Damal bezeichnete man diese Konstruktionen oft als Low Boy Hat oder auch als Sock Cymbals. Ich hab dazu schon mal einen Beitrag veröffentlicht. Schaut da ruhig mal rein. 😉 In den folgenden Jahren entwickelte sich die Hihat zu der heutigen Form weiter. Spätestens in den 30er Jahren findet man fast ausschließlich HiHatmaschinen wie wir sie kennen. Einer der ersten Drummer der die HiHat zum Soloinstrument machte war Papa Jo Jones. Leider gibt es davon so gut wie keine Filmdokumente. Deshalb seht euch auch hier diese Solo von Max Roach an. Es ist Papa Jo gewitmet. Eine beeindruckende Adaption von Steve Smith seht ihr hier. Es heist Mr.HiHat. Fantastisch! 🙂 Der Name erklärt sich aus der direkten Übersetzung. Hut hoch! 😉 Die heute üblichen Größen liegen zwischen 12 und 14 Zoll, wobei in letzter Zeit auch immer öffter auch 15 und 16 Zollversionen gesichtet wurden. Die häufigste Größe ist aber dei 14er HiHat.

Das Ride Becken

Das zweitwichtigste Becken ist meiner Meinung nach das Ride Becken. Das liegt wieder in der Geschichte begründet. Denn das moderne Drum Set wurde nun mal von Jazzdrummern erfunden. Und spätestens mit dem Aufkommen der Swingära Anfang der 30er Jahre wurde das Ride Becken zum Pulsgeber in der damaligen Big Band Musik. Der hüpfend federnde Swingrhythmus, der auf im gespielt wurde, gab ihm den Namen. Zudem sorgt es für einen flächigeren, zu weilen auch weicheren Klangteppich. Das Ride Becken erfüllt die gleich Funktion wie die Hihat. Erhältlich sind Ride Becken zwischen 18 und 26 Zoll. Die gebräuchlichsten Größen sind aber das 20 und das 22 Ride. Die 18 Rides sind oft eher als Crash Ride ausgeführt. Diese Becken stellen sehr flexible Kombibecken dar. Womit wir beim nächsten Beckentyp angelangt sind.

Das Crash

Das Crash Becken heisst genau so wie es klingt. Es sorgt für schnelle und je nach Größe auch für recht laute und mehr oder weniger schnell abklingende Akzente. Insbesondere in der Rockmusik werden sie zur Riffbegleitung eingesetzt und sind hier gerade zu stilprägend. Es gibt Crash Becken in Größen zwischen 14 und 24. Die üblichen Größen sind hier aber eher das 16 und 18 Crash. Rockdrummer haben gerne auch mal 20 Versionen.

Das China

Mit dem China kommen wir nicht nur zur Effektabteilung, sondern auch zum wahrscheinlich ältesten Beckentyp überhaupt. Der Name verrät hier die Herkunft. Es kommt ursprünglich aus China. Aus alten Schriften ist zu entnehmen, das schon vor über 2000 Jahre beckenähnliche Instrumente Verwendung fanden. Auch heute noch wird diese ungewöhnliche Beckenform in China hergestellt. Hier sei der traditionsreichen Wuhan Becken aus der gleichnamige Provinz erwähnt. Der Nach oben gewölbte Rand sorgt für ein exotische, vielschichtiges und je nach Gewicht auch aggressives Klangbild. Eingesetzt werden Chinas meist für schnelle und durchsetzungsstarke Akzente. Größere Versionen werden manchmal im Jazz auch gerne als Ridealternative verwendet. Hier werden sie meist noch mit mehreren Nieten versehen, als Swish oder Sizzle China, verwendet. Es gibt sie in Größen von 10 bis 24 wobei die Größen Zwischen 14 und 20 die gebräuchlichsten sind.

Das Splash

Splash Becken erzeugen platschige Klänge und gehören neben den Ride Becken zu meinen Lieblingsbecken. Ich verwende sie gerne um melodische Figuren mitzuspielen, da mit diesen kleinen und doch recht schnell ansprechenden Becken auch schnellere Figuren möglich sind. Es gibt auch Drummer die diese wundervollen Becken zu ihrem Markenzeichen gemacht haben. Zu aller erst sei hier Manu Katche genannt. Splash Becken gibt es in den Größen 6 bis 12. Meistens werden aber 8, 10 oder 12 Versionen verwendet.

Die Glocken

oder auch Bells genannt sind für die ganz hohen und hellen Betonungen prädestiniert. Es werden Glocken aus Messing, Alu und Bronze in Größen zwischen 6 und 12 angeboten. Gut im Grunde gehören sie nicht zu den klassischen Becken. Aber die Glocke ist ein Grundbestandteil von fast jedem Becken. Denn betrachtet man Becken von der Konstruktion her, bestehen Becken aus der Glocke, dem Bogen und dem Rand. Die Glocke sorgt für den Obertonanteil und die Durchsetzungskraft, der Bogen ist für den Ton zu ständig und der Rand sorgt für einen gewissen Rauschanteil. Es gelten folgende grobe Faustformeln.

Je größer die Glocke um so lauter und heller ist der Grundton des Beckens.

Je kleiner die Glocke um so weicher und leiser ist der Grundton.
Je stärker die Wölbung des Beckenbogens ist um so lauter und Glockiger ist das Becken.

Je flacher der Bogen ist um so leiser und rauschender klingt das Becken.
Je dünner das Becken um so tiefer und je dicker um so höher klingt das Becken.

Hergestellt werden Becken aus verschiedenen Bronzelegierungen. Am häufigsten werden B8 und B20 Bonzen verwendet. B steht hier für Bronze und die Zahl für den Zinnanteil in der Legierung. Es werden aber auch von einigen Herstellern B10 und B12 Legierungen verwendet. Messingbecken sind vor allem im Einsteigerbereich weit verbreitet. B8 Becken sind meist maschinell hergestellt und werden gerne in der Rockmusik wegen ihres durchschneidenden Klangcharakters verwendet. Hier sei die legendäre 2002 Becken Serie von Paiste genannt. B20 Becken werden meist von Hand gehämmert und sind in Jazz, Funk Soul und R&B sowie überall dort wo Beckensounds gefragt sind, die sich in den Gesamtklang einfügen, gefragt. Diese klassische Art der Beckenherstellung kommt ursprünglich aus der Türkei. Aus Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, um genau zu sein. Ein gewisser Avedis erhielt im Jahr 1623 den Titel Beckenschmid, da er als Alchemist eine Legierung fand, die sich besonders gut zur Beckenherstellung für die damals beliebte Janitscharenmusik eignete. Die B20 Bronze und die Firma Zildjian war geboren. Somit ist Zildjian auch der älteste Beckenhersteller der Welt. Zildjian heist im übrigen Beckenschmid und ist einfach eine Berufsbezeichnung, die als Namenszusatz dient.

In diesen Videos seht ihr einen kurzen Einblick in die Fertigung handgehämmerter Becken. Das erste zeigt eine modernere Fertigung und das zweite zeigt eine traditionellere Fertigung. Und im Gegensatz dazu seht ihr hier die Fertigung von B8 Becken.

So das sollte für das erste reichen.;-) Den Rest erzähle ich im Video.

Ich hoffe ihr könnt euch jetzt etws besser im Beckenwald orientieren und wünsch euch viel Spaß mit euren Becken und nicht vergessen

 

START DRUMMING! LG, Jürgen. 🙂

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