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Die Stockhaltung

Zunächst eines Vorweg:

Es gibt nicht DIE EINE Stockhaltung, mit der man alles spielen kann!

Die Stockhaltung hängt davon ab was ich spielen will bzw. wie es klingen soll. Sie ist vor allem von der verwendeten Spieltechnik abhängig. Diese hängt wiederum vom gewünschten Klang, den ich erzeugen will, ab.

Prinzipiell gibt es 3 Stockhaltungen:

Die deutsche Stockhaltung
Die traditionelle Stockhaltung
Die traditionelle Stockhaltung
Die französische Stockhaltung

Die deutsche Haltung ist die flexibelste für das moderne Schlagzeugspiel. Im besonderen im Rock und Popdrumming und in allen Popularmusikstile hat sie entscheidende Vorteile, da sie ideal für lautes und druckvolles Spiel ist.

Die französische Haltung hingegen, ist ideal für filigranes und leises Spiel. Vor allem wenn es auch schneller sein soll ist die französische Haltung die richtige Wahl. Darüber hinaus benötigt sie am wenigsten Kraft, da die Finger als Impulsgeber dienen können ( siehe auch Finger Control Technik *folgt* ).

Die traditionelle Haltung ist eigentlich eine Anachronismus. Allerdings ein sehr vitaler, den es gibt etliche Topdrummer die diese Haltung bevorzugen. Sie entstand aus der Notwendigkeit heraus eine Marschtrommel, die an einem Lederriemen an der linken Seite herab hing, eben beim Marschieren spielen zu müssen. Die asymetrische Haltung der linken Hand ermöglichte ein leichteres Anspielen der schrägen Anschlagsfläche.

Ich bevorzuge am Anfang immer die deutsche Haltung, da sie die flexibelste Haltung fürs Schlagzeug darstellt. Nicht nur weil man leichter laut spielen kann, sondern auch Akzente sind mit ihr wesentlich einfach zu spielen ( hier zu mehr unter: Timing by Motion und Natural Body Movement * folgt* )

Griffpunkte und Stockbalance

Nachdem wir die drei Grundhaltungen ( deutsch, französisch und traditionell ) kennen gelernt haben, geht es weiter mit der Frage:

Wie und wo halte ich den Stock genau ?

Das hängt davon ab, was wir spielen wollen. Für einen Presswirbel benötigt man einen anderen Griff als bei einem lauten Einzelschlag. Deshalb eines vorweg:

Es gibt nicht den einen “richtigen” Griffpunkt !
Je nachdem was wir spielen, ändert sich unser Griffpunkt! Die Basis für den optimalen Griffpunkt, egal welchen wir wählen, ist immer die Balance des jeweiligen Stocks. Denn nur wenn der Stock optimal federn kann, werden wir ermüdungsfrei und ausdauernd bei minimalen Kraftaufwand spielen können. Die Balance des Stockes können wir spüren, indem wir den Stock locker zwischen Daumen und Zeigefinger halten und dann versuchen den Stock zu prellen wie ein Basketball. Halten wir den Stock zu wie hinten oder zu weit vorn, so wird er schlecht oder gar nicht federn. Wenn wir nun während des prellend den Griffpunkt verändern, werden wir feststellen, dass an einem bestimmten Punkt der Stock besser federt als an anderen Stellen. Dieser Punkt ist der Balancepunkt des Stockes. Hier halten wir idealerweise den Stock und alle verwendeten Griffpunkte sollten sich an diesem Punkt orientieren. Damit ist gewährleistet, dass der Stock optimal federn kann und die aufgewendete Energie optimal fliest. In den meisten Lehrbücher findet man folgende oder ähnliche gelagerte Beschreibungen:

……Man nehme den Stock mit Daumen und Zeigefinger und halte in zwischen den ersten und zweitem Glied des Zeigefingers. Der Stock bildet eine Verlängerung des Armes!
Das sieht dann so aus:

Die beschriebene Haltung ist im klassischen Schlagwerk weit verbreitet. Für das Drumsetspiel ist sie weniger geeignet. Das liegt zum einen daran, der Bewegungsradius des Handgelenk entweder durch den Stock eingeschränkt wird oder der Stock zu weit hinten gehalten werden muss, wenn man dies vermeiden will. Darüber hinaus ist die verwendetet Muskelgruppe zu klein für lautes spielen. Zudem stehen die Hand- und Unterarmmuskulatur immer unter einer leichten Anspannung. Wenn man von vorne darauf schaut, kann man das gut an einem Knick im Handgelenk sehen. ( Bild )

Zudem neigt man so zu einem festen Griff des Stockes. Da im Rock und Popdrumming meis ausdauernd lautes und druckvolles spielen angesagt ist, kommt viel eher eine lockere Handhaltung in Frage. Und zu der kommen wir folgendermaßen: Nehmt den Stock in die Hand und werft ihn in die Luft hoch, so dass er sich dreht. Eine halbe Umdrehung genügt. Achtet beim Fangen des Stockes darauf mit welchem Finger ihr den Stock greift. Nach ein paar Versuchen werdet ihr feststellen, dass der Stock beim Fangen eher mit dem kleinen und dem Ringfinger gehalten wird. Dreht die Hand nach dem Fangen so, dass ihr die Handoberseite seht und ihr habt die Grundhaltung. So kommt ihr ganz intuitiv zu einer lockeren und natürlichen Handhaltung. Aber Achtung: Diese Haltung stellt nur eine Basis dar und ist nur eine von vielen verschiedenen Möglichkeiten einen Drumstick zu halten. Je nachdem was wir spielen wir sich unser Griffpunkt verändern. Ich werde euch an andere Stelle noch einige weitere Möglichkeiten zeigen. Doch für den Anfang halte ich diese für die Beste und flexibelste.

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