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Wie funktioniert Unabhängigkeit am Schlagezeug?

Hallo und willkommen zurück zu einer weiteren Free Lesson. Heute beschäftigen wir uns einmal mit der grundsätzlichen Funktionsweise der Unabhängigkeit am Schlagzeug. Dazu sollten wir erst einmal definieren, was Unabhängigkeit am Schlagzeug überhaupt ist. Es handelt sich dabei um die Fähigkeit mehrere rhythmische Ebenen gleichzeitig und unabhängig voneinander spielen zu können. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass wir die Unabhängigkeit eigentlich nur denken und manchmal auch als Effekt so hören. Denn für uns, die wir diese Strukturen spielen, ist es im Idealfall eine einzige Figur, die wir automatisiert haben und einfach spielen. Um an diesen intuitiven Punkt zu gelangen, verwenden wir das Konzept der Unabhängigkeit. Hier ein praktisches Beispiel dazu.

Wir spielen hier in der rechten Hand Triolen die zwischen Ride Becken und dem Tom 1 aufgeteilt sind. In der linken Hand spielen wir binäre 8-tel Noten auf der Snare. Die Bassdrum spielen wir als Grundpuls auf allen 4-tel Notenzählzeiten. Dazu kommen noch zwei HiHat-Antritte auf den Back Beats. All dies spielen wir gleichzeitig. Theoretisch betrachte haben wir hier eine Polyrhythmik 2 gegen 3 vorliegen. Dazu habe ich hier schon mal eine Lesson gemacht.

Wie geht man so etwas nun an?

Nun, man teilt es zunächst auf und schaut sich jede Teilstimme separat an. Beginnen würde ich hier mit der rechten Hand und den Triolen. Die Grundpuls werden dabei auf dem Ride und die restlichen Triolennoten auf dem Tom 1 gespielt. Am besten verwendest du dazu die Moeller Technik. Diesen Part gilt es zunächst zu automatisieren. D.h. du musst diese Figur intuitiv, ohne groß darüber nachdenken zu müssen, spielen können. Klappt diese, zählst du im nächsten Schritt zunächst laut die binären 8tel Noten dazu. Als Anhaltspunkt dazu dienen dir die 4-tel Noten, die auf dem Ride gespielt werden. Du musst dir also während du die Triolen in der rechten Hand spielst binäre 8-tel Noten vorstellen können und diese auch laut formulieren können. Du denkst sie unabhängig von der rechten Hand. Funktioniert dies auch, kannst du die 8-tel Noten hinzunehmen un in der linken Hand spielen. Dies übst du natürlich auch solange bis du das automatisiert hast. Den gleichen Prozess kannst du selbstverständlich auch mit der linken Hand und den 8-tel Noten beginnend durchführen.

Du übst also zunächst 8-tel Noten auf der Snare mit der linken Hand zu spielen und gleich zeitig Triolen dazu zählen. Klappt auch dies, nimmst du die Figur der rechten Hand hinzu und du hast wieder das gleiche Ergebnis. Nun fehlt nur noch das Fuss-Ostinato.

Hier spielen wir zu dem nun geübten Hand-Pattern, dass jetzt hoffentlich eine Einheit bildet 4-tel Noten auf der Bassdrum und HiHat-Antritte auf „2“ und „4“ dazu. Hier sollten wir uns nur auf dieses Fuss-Ostinato konzentrieren müssen. Funktioniert dies noch nicht, solltest du noch ein wenig das Hand-Pattern üben. Du kannst natürlich auch noch andere Bassdrum-Varianten dazu spielen. Z.B. das zweite Ostinato, das ich dir hier noch notiert habe.

Wie Unabhängigkeit  am Schlagzeut funktioniert, weißt du jetzt!

Unabhängigkeit ist also zunächst nur eine gedachte Kategorie. Spielen wir Figuren dieser Art, sind wir über diesen Punkt im Idealfall hinaus. Für uns ist es eine Figur bzw. ein Groove. In unserem Beispiel hier ist aber auch deutlich hörbar, denn es erklingen binäre 8-tel Noten auf der Snare, während wir Triolen auf dem Ride und dem Tom spielen. Es klingt also im Idealfall so, als ob zwei oder auch mehrere Stimmen unabhängig voneinander erklingen. Betrachtet man die 4-tel Noten auf dem Ride auch noch als Einzelstimme, so sind es sogar drei Stimmen. Diese könnten ja auch von drei Musikern gespielt werden. Das ist natürlich auch ein Gestaltungsmittel, mit dem wir musikalisch arbeiten können. Ich hoffe, du verstehst jetzt besser worum es bei Unabhängigkeitsübungen geht. Um dieses Konzept umsetzen zu können, braucht es auch etwas Koordination. Dazu wird es demnächst auch mal eine Lesson geben.Nächste Woche geht es aber erstmal zu einem anderen Thema weiter.

Bis dahin viel Spaß mit dieser Lesson und nicht vergessen…

START DRUMMING! LG, Jürgen

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