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Was macht Schlagzeug spielen schwierig?

Was macht Schlagzeug spielen schwierig? Hallo und willkommen zu dieser Live Lesson. Heute will ich mal etwas allgemeiner auf die Frage eingehen, was den nun einen Groove oder auch ein Fill-In schwierig machen kann? Das hängt nämlich von etlichen Faktoren ab und ist individuell auch immer unterschiedlich. Was man nun als schwierig empfindet, hängt natürlich davon ab, was man bereits erlernt und verinnerlicht hat. Was kann man Nachts um halb drei aus dem Schlaf gerissen perfekt spielen? Diese Songs, Grooves und Fills sind natürlich einfach für uns. Und dabei ist es dann egal, wie komplex das nun genau sein mag. Es gibt aber schon ein paar objektive Kriterien, die man zur Einordnung heranziehen kann.

Was mach Schlagzeug spielen schwierig? – Gewohnheit

Zu aller erst kann man sich anschauen, wie oft man eine schwierige Stelle vorher schon mal so oder so ähnlich gesehen hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass man die entsprechende Stelle noch nicht so häufig wahrgenommen oder gar gespielt hat, ist sehr hoch. Klar, käme einem die entsprechende Stelle ständig unter, hätte man sich damit wohl beschäftigt und es würde einem nicht schwerfallen. Ein sehr gutes Beispiel für so etwas ist dieses Beispiel.

Wir spielen 8-tel/16-tel auf der HiHat. Im ersten Takt ist die Welt noch in Ordnung. Im zweiten und dritten Takt wird diese Ordnung in der Regel für Einsteiger leicht fortgeschrittene Drummer vermutlich etwas durcheinander gebracht, da die Bassdrum Schläge auf doch etwas gegenläufig zur HiHat Figur laufen. Der vierte Takt dürfte auch für weiter fortgeschrittene Schlagzeuger nicht ganz einfach sein. Es hängt davon ab, wie sehr man sich zu dem Zeitpunkt schon mit Unabhängigkeit beschäftigt hat. Und natürlich, ob an schon mal Musik gespielt hat, wo so etwas vorkommt. Diese Übung stammt aus meinem Kurs Unabhängigkeit am Schlagzeug, den ich natürlich jedem empfehle, der Probleme damit hat.

Was macht Schlagzeug spielen schwierig? – Gegenläufige Motorik

Du siehst also, wie schmal der Grad von relativ einfach zu eher schwierig manchmal sein kann. Das obige Beispiel lässt sich ab noch relativ leicht mit etwas Übung erarbeiten. Beim nächsten Beispiel ist das nicht mehr ganz so einfach, da hier die motorischen Abläufe sehr gegenläufig sind. Dinge, die gleichlaufend sind, sagen uns grundsätzlich eher zu und fallen uns leichter. Dinge die nur ungewohnt sind irritieren uns nur am Anfang. Es gibt aber auch Grooves, die rhythmisch so gegenläufig sind, dass sie uns vor größere Herausforderungen stellen. Um so etwas selbstverständlich werden zu lassen, muss man schon härter und länger arbeiten. Auch hierzu hab ich ein Beispiel.

Die zweite Zeile ist hier relativ einfach, da wir sie im vorherigen Beispiel kennengelernt haben. Auch hier ist die Welt im ersten Takt noch vollkommen in Ordnung. Den zweiten Takt solltest du mit etwas Übung auch relativ schnell in den Griff bekommen. Das sieht im zweiten Takt der ersten Zeile ganz anders aus. Hier haben wir auf der HiHat die 8-tel/16-tel mit der 16-tel Note auf „e“ zu spielen. Das beißt sich natürlich extrem mit der 8-tel/16 Bassdrum Figur auf „1“. Da spielen wir die 16-tel Noten auf „d“. Ich bin mir sicher, dass dieser Groove den ein oder anderen verzweifeln lässt. Der Trick ist hier natürlich auch die Parts für sich zu automatisieren und sie dann zusammenzusetzen. Ich kann das z.B. auch nur in bestimmten Tempi spielen, da ich das langsam eher selten spiele. Das ist übrigens auch ein Zeichen dafür, ob etwas für einen einfach oder schwierig ist. Kann ich den Groove oder das Fill in jedem beliebigen Tempo spielen oder nicht?

Was macht Schlagzeug spielen schwierig? – Polyrhythmik

Ein weiterer Faktor für schwierigere Grooves und Fills kann die Vielschichtigkeit der Rhythmik sein. In der Regel haben wir es nur mit einer Ebene zu tun. Wir spielen in 8-tel, 16-tel oder in Triolen. Hat man aber unterschiedliche rhythmische Ebenen gleichzeitig zu spielen, kann das auch schwierige werden. Polyrhythmik ist hier das Stichwort. Hier ein Beispiel dazu.

Dieses Beispiel ist eigentlich nicht besonders schwer, da wir hier eine Polyrhythmik 2 gegen 3 vorliegen haben. Das lässt sich mit einem einfachen Handsatz verinnerlichen: Zusammen, Rechts, Links, Rechts! Diesen Handsatz spiele ich hier verteilt auf dem Tom 1 und dem Ride Becken (rechte Hand) als Triolen. Die linke Hand spielt ganz normal 8-tel Noten auf der Snare. Auf der Bassdrum spielen wir 4-tel Noten. Das kann man aber auch weglassen. So was könnte man auch als Fill-In verwenden. Es geht aber auch als Groove.

Dazu spielen wir die linke Hand auf der HiHat mit Ausnahme der Zählzeiten „2“ und „4“. Die werden nämlich auch von der linken Hand auf der Snare gespielt. Die Bassdrum spielen wir hier nur noch auf „1“ und „3“. So erhalten wir unsere Groove. Das geht natürlich auch mit anderen Bassdrum Figuren.

Z. B. mit Doppelschlägen auf „3“ und „3+“. Die hier gezeigten Beispiele sind in der Tat eher einfach. Das sieht natürlich mit anderen Polyrhythmen auch schon mal anders aus. Aber keine Angst, zum Thema Polyrhythmik und Polymetrik wird demnächst auch ein Kurs erscheinen. Nun noch ein sehr einfaches Beispiel zu einem ganz gefährlichen Punkt.

Was macht Schlagzeug spielen schwierig? – Unterschätzte Grooves

Es gibt Grooves, für Fills gilt das natürlich auch, die sehen so einfach aus, dass die doch eigentlich gar nicht schwierig sein könne! Vorsicht, nur weil etwas einfach aus sieht, heißt das noch lange nicht, dass es auch tatsächlich so einfach zu spielen sein muss! Man neigt, dass solch scheinbar einfache Dinge zu unterschätzen. Ein Beispiel dafür ist meiner Meinung nach der Train Beat.

Wer sich mit dieser Art Groove noch nicht beschäftigt hat, wird eventuell am Anfang etwas zu kämpfen haben. Die Ursache dafür liegt in dem verschobenen Akzent auf „+“. Der ist nicht ganz so gewohnt, wie Akzente auf den 4-tel Zählzeiten. Solltest du damit auch Schwierigkeiten haben, empfehle ich dir meinen Kurs zu den Moving Accents. Da findest du auch dieses Beispiel. Hat man sich allerdings einmal mit dieser Art Grooves beschäftigt, ist es ganz einfach. Man darf es nur nicht unterschätzen! Das war es für heute wieder. In 14 Tagen gibt’s die nächste Live Lesson. Ab heute übrigens immer donnerstags um 20:15 Uhr! Das kam letztes Mal so gut an, dass ich das beibehalten werde.

Bis dahin wünsche ich viel Spaß mit dieser Lesson und nicht vergessen…

START DRUMMING! LG, Jürgen

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Und hier der Link zum neuen Kurs zum Thema Linear Drumming!

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