Überspringen zu Hauptinhalt

Ungerade Taktarten am Schlagzeug – Wie geht das?

Ungerade Taktarten am Schlagzeug – Wie geht das? Hallo und willkommen zur Live Lesson. Wir sind ja meist mit 4-tel Taktarten konfrontiert. Zu mehr als 90 %, meiner Schätzung nach, ist das der 4/4 Takt. Den kennen wir in- und auswendig. Kommen andere Taktarten vor, handelt es sich überwiegend um den 6/8 und den 3/4 Takt. Das macht dann auch nochmal mindestens 5 % aus. Das ist natürlich auch wieder meine eigene Schätzung. Alle andern Taktarten sind eher Randerscheinungen und teilen sich die restlichen 5 %. Zumindest so lange wir uns im Mainstream bewegen.

Ungerade Taktarten am Schlagzeug – Wo braucht man das?

Der ein oder andere Drummer oder auch Schüler wird sich jetzt fragen, wo man so was den braucht. Wann, wo und wie oft braucht man z. B. einen 7/8, einen 5/4 oder gar einen 9/8 Takt? Die Frage ist berechtigt für alle jene, die z. B. in ihrer AC/DC Cover Band glücklich sind. Es hängt natürlich schon von der Musikrichtung ab, ob so etwas überhaupt irgendwann vorkommen kann. Drummer, die sich für Prog Rock interessieren kommen viel öfter in die Verlegenheit ungerade Taktarten spielen zu müssen. Denn hier gehört es zum Kern der Musik so etwas zu verwenden. Wer also sich mit Musik von Dream Theater, Rush oder Yes beschäftigt wird ständig auf ungerade Taktarten stoßen.

Ungerade Taktarten am Schlagzeug – Wie geht das?

Schauen wir uns nun an, wie man ungerade Taktarten angehen kann. Ich beginne dabei meist mit dem 3/4 Takt. Der ist für die meisten Schüler sehr leicht zugänglich.

Den es ist im Grund ein Walzer. Hier sehr einfach dargestellt. Bassdrum auf „1“ und Snare auf „2“ und „3“. Im nächsten Schritt nehme ich dann einen 2/4 Takt hinzu und wir erhalten so einen 5/4 Takt.

Das sieht dann so aus wie hier. Ich spiel erst den obigen 3/4 Takt und füge dann jeweils noch auf „4“ und „5“ ein weiter 4-tel Note auf Bassdrum und Snare hinzu. Man kann das natürlich einfach durchzählen. Noch einfache ist es jedoch den ungeraden Takt in 2er und 3er Gruppen aufzubrechen. Man zählt den Takt also, wie hier auch dargestellt, 123 12. Du kannst die Gruppierungen auch vertauschen: 12 123. Das hängt immer auch von der Musik ab. Noch haben wir keinen vollgültigen Groove. Deshalb nehmen wir jetzt noch die HiHat hinzu.

So erhalten wir einen einfachen 5/4 Groove. Auf den Zählzeiten „2“, „3“ und „5“ spiele ich noch jeweils einen HiHat Antritt dazu. So hält man das Timing noch besser. Hier ein sehr prominentes Stück als Hörbeispiel im 5/4 Takt. Das kann man nun auch noch ternär interpretieren.

Dazu spiele ich auf den Zählzeiten „2“ und „5“ noch jeweils eine Shuffel Figur hinzu und erhalte so ein 5/4 Swing Groove. Dazu habe ich auch schon mal eine Lesson gemacht. Das berühmteste Jazzstück in 5/4 ist unumstritten der Klassiker Take Five von Dave Brubeck. In dem Stück findet sich sogar eines der extravagantesten und geschmackvollsten Drum Solos im Jazz. Niemand geringeres als Joe Morello hat auf diesem Meisterwerk gespielt. Die allermeisten werden das schon mal gehört haben.

Ungerade Taktarten am Schlagzeug mit 8-tel Puls

Gut, das waren bis jetzt alles 4-tel Taktarten. Das ist nicht ganz so schwierig. Man spielt halt ein 4-tel mehr oder weniger. Wie sieht es aber mit ungeraden 8-tel Taktarten aus? Nehmen wir 7/8 als Beispiel. Auch die sind nicht ganz so selten, wie man meinen könnte. Zum einen muss man ja auch nur eine einzige 8-tel Note weniger als in 4/4 spielen. Das klingt dann aber eher nach Schluckauf. Besser ist es auch hier den Takt in 2er und 3er Gruppen aufzuteilen.

Hier habe ich den 7/8 ich zwei 2er Gruppen und ein 3er Gruppe aufgeteilt. Man kann das also 12 12 123 zählen. Als Groove kann das dann so aussehen.

Auf der HiHat spiele ich hier 8-tel Noten die Bassdrum wird auf „1“ und „3“. Die Snare wird dann noch auf der Zählzeit 5 gespielt. Dieser Groove wurde genauso in dem Rush Song Tom Sawyer von Neil Peart gespielt. Und werd sich das unbedarft anhört, wird vielleicht auffallen, dass der 7/8 Takt als solcher gar nicht auffällt. Idealerweise fließt nämlich ein ungerader Groove so, dass einem das ungerade Metrum nicht auffällt. Hier ein weiteres Beispiel dazu.

Dieser 9/8 Groove stammt aus dem Sting Song I hung my head von dem Album Mercury Falling aus dem Jahre 1996. Dem unbedarften Hörer fällt meist gar nicht auf, das wir es hier mit einem ungeraden Metrum zu tun haben. Es klingt ganz natürlich und selbstverständlich.

Hier teile ich den 9/8 Takt folgendermaßen auf: 12 123, 12, 12. Wir haben also drei 2er Gruppen und eine 3er Gruppe in der Aufteilung 2 3 2 2. Die Bassdrum wird auf „1“ und „6“ gespielt. Als Kontrast dazu spielen wir die Snare auf „3“ und „8“ gespielt. Vinnie Colaiuta spielt hier noch ein 4-tel Akzentuierung auf der HiHat, die sich in jedem zweiten Takt in einen Off-Beat umkehrt. Das habe ich hier mal weggelassen. Dazu zeige ich aber in der Practice Time Live, morgen um 18 Uhr im Mitgliederbereich mehr. Anmelden lohnt sich!

Wie du vielleicht an meinen Beispielen feststellen konntest sind das alles sehr bekannte und durchaus populäre Beispiele gewesen. Also kein verrückten oder komplizierten Nummern, die man eh nie spielen muss. Die gibt es auch Pneuma von Tool sei dazu erwähnt. Oder diese Nummer die ich mir gerade in meiner Freizeit erarbeite. Da sind dann auch Taktartwechsel drin und man hört auch das es nicht gerade ist. Aber auch hier ist die Musik sehr stimmig. Zu ungeraden 4-tel und 8-tel Taktarten habe ich im Mitglieder Bereich auch schon einige Lesson gemacht. Anmelden lohnt sich, wie gesagt! Das war es dann auch wieder für heute. Ich würde mich freuen, wenn du in 14 Tagen zur nächsten Live Lesson wieder vorbeischauen würdest.

Bis dahin wünsche ich viel Spaß mit dieser Lesson und nicht vergessen…

START DRUMMING! LG, Jürgen

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Dieser Beitrag hat 0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

An den Anfang scrollen