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Einhändige 16-tel Grooves am Schlagzeug spielen!

Hallo und willkommen zur Live Lesson. In letzter Zeit habe ich mich etwas mehr mit einhändigen 16-tel Grooves beschäftigt. Insbesondere deswegen, weil ich die Push-Pull Technik verstärkt übe. Dazu gab es auch schon zwei Practice Time Lessons in meinem Mitgliederbereich. Deswegen dachte ich mir, ich mach mal eine allgemeine Lesson zu diesem Thema. Los geht’s!

Einhändige 16-tel Grooves – Die Technik

Grundsätzlich sind einhändige 16-tel ein frage der Technik. Warum? Nun weil man sonst recht schnell an die Grenzen dessen kommt, was man an Tempo sicher spielen kann. Wobei es natürlich nie so schnell gehen wird, wie mit zwei Händen. Wer also neu am Schlagzeug ist, sollte sich zuerst die 16-tel mit abwechselndem Handsatz anschauen und spielen lernen. Ich empfehle dazu meinen Einsteigerkurs 1. Aber genug der Werbung! Es gibt meiner Ansicht nach vier grundsätzliche Möglichkeiten einhändige 16-tel zu spielen:

Die erste und einfachste besteht darin die 16-tel aus einem Downstroke heraus federn zu lassen. Wir nutzen also die Moeller Technik. Die zweite Möglichkeit wäre es die 16-tel mit der Pumping Motion zu spielen. Das ist eine gröbere Form der Push-Pull Technik. Dabei spielen wir abwechselnd eine Abwärts- und einen Aufwärtsschlag. Das tun wir hier rein aus dem Handgelenk und ohne Rückprall. Diese Technik ist sehr weitverbreitet, da wir hie auch noch ein 8-tel Noten Betonung erhalten und dies sehr kraftvoll und treibend klingt. Die dritte Möglichkeit ist die verfeinerte Version der Pumping Motion, die Push-Pull Technik. Dabei wird die Bewegung der Pumping Motion in die Finger übertragen. Wir öffnen hier die Finger um einen Abwärtsschlag (Push) zu erzeugen. Durch das Schließen der Finger spielen wir danach einen Aufwärtsschlag (Pull). Nun stellt sich aber folgende Frage.

Einhändige 16-tel Grooves – Wann verwende ich welche Technik?

Nun, das hängt vom Klang und der Betonung ab, die man haben möchte. Die Moeller Technik ist ideal, wenn man eine 4-tel Betonung haben möchte. Das erzeugt ein eher ruhigeres Klangbild. Das probieren wir am besten mit diesem Groove aus.

Wir spielen hier einhändige 16-tel mit den üblichen Down und Back Beats. Akzente habe ich hier keine notiert. Das ist eben Interpretationssache! Womit wir auch bei der vierten Möglichkeit wären. Nein, ich habe sie nicht vergessen! Man kann die einhändigen 16-tel selbst verständlich auch mit der Finger Control Technik spielen. Das führt dann zu einem wirklich neutralen, unbetonten Klangbild. Das entspricht dann auch exakt der Notation und steht im Kontrast zur Pumping Motion. Die wird sehr gerne für solche Grooves verwendet:

Hier spielen wir die 16-tel Noten auf dem Ride Becken. Die Ride Glocke wird in 8-tel Noten betont. Das sind die Abwärtsschläge. Und die Aufwärtsschläge spielen wir auf dem Bogen. So treibt das ganz ordentlich. Selbstverständlich kann man das auch auf der HiHat spielen. Das wird auch sehr oft und von sehr vielen Drummern genau so gemacht. Es klingt zudem auch kraftvoller und ist ohne großen Kraftaufwand sowie technisch relativ leicht umzusetzen. Was macht man aber, wenn es unbetont und gleichmäßig, sowie kraftvoll klingen soll?

Einhändige 16-tel Grooves – Die Push-Pull Technik

In diesem Fall kommt die Push-Pull Technik zum Zuge. Natürlich könnte man hier auch mit der Finger Control Technik arbeiten. Diese Technik klingt aber doch deutlich filigraner. Schauen wir uns das genauer anhand dieses Grooves an:

Es ist ein Standard Groove für einhändige 16-tel. Der 16-tel Bassdrum Doppelschlag auf „2d“ und „3“. Hier können wir beide Techniken miteinander vergleichen. Wann man nun welche Technik verwendet hängt somit vom erwünschten Klang ab. Ich verwende die Push-Pull Technik hauptsächlich für Samba und Bossa-Nova Grooves:

Da rührt auch mein Interesse an dieser Technik her. Der große Vorteil der Push-Pull Technik ist hier, das jeder Schlag gleich laut und kraftvoll klingt. Und die Tatsache, dass wir hier die Maße durch Verlagerung in kleinere Muskelgruppen und Bewegungsabläufen, ermöglicht deutlich höhere Tempi. Das macht diese Technik ideal für Samba und Bossa-Rhythmen. Um dies zu verdeutlichen habe ich den Bossa-Nova Groove, nicht wie bei uns üblich, im 2/2 Takt notiert.

Der Puls liegt hier auf den Halbe Noten. Ein Starttempo wären hier 60 BPM, also 60 halbe Noten pro Minute. Das entspricht dann 120 Viertelnoten pro Minute. Zudem werden die 8-tel Noten hier auch wie 16-tel Noten gezählt. Probiert das mal mit 70, 80 oder gar 100 BPM. Dann wird klar, wo die Vorteile in dieser Technik liegen. Das erfordert natürlich Zeit und etwas Übung. Die 100 BPM schaffe ich noch nicht ganz und noch nicht konstant genug. Ich arbeite aber daran! Das war es dann auch schon wieder. In 14 Tagen gibt es dann die nächste Live Lesson.

Bis dahin wünsche ich viel Spaß mit dieser Lesson und nicht vergessen…

START DRUMMING! LG, Jürgen

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